„Wir hätten die Welt verändern können... Jetzt sieh uns an... Ich bin ein Politikum und du... ... ein Witz..."
Frank Miller, Batman- Die Rückkehr des dunklen Ritters

„To see evil is to lose."
Brian Azzarello, Superman- For Tomorrow


Gelacht haben wir viel über sie, die Superhelden, hier im alten Europa. Sie haben uns ja auch herzlichst dazu eingeladen. Doch Obacht, jetzt wird es ernst:

Ich persönlich finde Superhelden ziemlich bescheuert. Dada auch. Zweiteres, weil es die Wirklichkeit durch Karikatur bloßstellen will, was meiner Meinung nach selten gelingt, ersteres weil es oft so unheimlich ernst daherkommt, dass es wie eine Karikatur der Wirklichkeit wirkt. Für mein persönliches Superhelden Konzept habe ich deshalb den Begriff Superherodada erfunden, hauptsächlich deshalb, weil ich eine Form haben wollte, wie ich mich in dem Genre bewegen kann, da es mir lange nicht leichtgefallen ist, an Superman und seinen Kollegen etwas interessantes zu finden. Ich habe ein paar mal versucht, in Serien wie Fantastic Four, Wildcats, X-Men oder besagtem Mann aus Stahl reinzukommen, aber viel mehr als Kotzreize sind dabei nicht rausgekommen. Trotzdem fing diese Welt an mich zu faszinieren, ich habe angefangen mich mit ihr auseinander zu setzen, bis jetzt mit erst mal eingangs erwähntem Resultat. Als Genre in der Comicwelt finde ich es mittlerweile nicht nur wichtig, sondern unverzichtbar.

Um diesen Widerspruch aufzuschlüsseln erst mal ein paar allgemeine Ideen:

Superhelden können als Entwurf einer Götterwelt oder eines mythologischen Kosmos gesehen werden. Nur dass sie nicht mehr aus der Angst vor natürlichen Urgewalten entstanden sind, sondern aus Allmachtsfantasien eines verängstigten, masturbierenden Jugendlichen, der versucht den Bruch mit der Geschichte seines Vaters und die eigene Selbstfindung zu verarbeiten. Zieht man die Mythen des antiken Griechenlands zum Vergleich heran, fällt auf, dass die neuen Helden erschreckend eindimensional sind. Ein Problem das mittlerweile etwas aufgeweicht wurde, an dem die besten Autoren aber immer noch scheitern.
Meiner Ansicht nach deshalb, weil Superhelden so US-Amerikanisch wie ein Hamburger sind. Wer nichts mit dieser Kultur anzufangen weiß, der wird wohl auch bei der Lektüre von Superhelden scheitern. Man sollte allerdings nicht den Fehler machen und einen Hamburger per se als kulinarisches Gut ablehnen. Er macht weder dick, noch ist er gesundheitsgefährdend, und das er nicht schmeckt stimmt auch gleich gar nicht. Man darf ihn halt nicht bei Mc Blöd kaufen, oder sollte das zumindest nur wohl dosiert tun.
Wer die Massenware Superheld kauft bekommt die ureigene US-Amerikanische Gemütsart in bunten Bildchen mit wenig Text, da unsere Freunde von der anderen Seite des großen Wassers anscheinend ein sehr einfaches Gemüt haben, dass man mit „mach Kaputt was dich kaputt macht" beschreiben kann. Einem alten Spruch über Unterhaltungsprogramme folgend, soll das Ganze dann auch noch einen belehrenden Charakter haben, weswegen Gut und Böse eingeführt wird. Zwei Wörter mehr wird der Standardleser schon verkraften.
Meistens passiert dann das was eigentlich in fast allen Unterhaltungsprodukten aus dem Land der großen Träume passiert: Einer hat recht, der Gute in diesem Fall der Superheld, und einer nicht, der dann zu Brei gehauen wird.
Erinnert einen natürlich stark an die Politik, die die Regierung der Vereinigten Staaten seit 100 Jahren fährt, und ich würde dem ganzen schon einen sehr bedenklichen Status zuerkennen, sollte man einen Superheldencomic unreflektiert konsumieren, oder sonst ein US-Amerikanisches Unterhaltungsprodukt.
Der Superheld selbst ist ein Terrorist, der alle demokratischen Entscheidungsmechanismen und Mehrheitsfindungen verachtend, wie ein moralischer Diktator seinen Willen durchsetzt. An dieser Stelle sei mal wieder betont, dass ich immer noch der festen Überzeugung bin, das Frank Millers „Rückkehr des dunklen Ritters" Pflichtlektüre in allen Cia-Camps war, in denen die zukünftigen Al Quaida Mitglieder trainiert wurden.

Betrachtet man das Genre so, dann wird es natürlich offenbar, dass eine ungemeine Spannung in ihm liegt. Dass es wohl – gegen meine vorurteilbehaftete Überzeugung, nicht nur McDonalds Konsumenten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt, ist auch ein paar Autoren aufgefallen. die angefangen haben, diese Widersprüche aufzuarbeiten. So haben die Superhelden inzwischen die unterschiedlichsten Metamorphosen der unterschiedlichsten Qualität durchlaufen, betrachtet man das Comic selbst.
Insofern wird im Superheldencomic ein Diskurs über die US-Amerikanische Gesellschaft geführt, der nicht nur durch die momentanen Reflexion des Weltgeschehens eine besondere Brisanz erfährt, sondern auch dadurch, dass sich die US-Amerikanische Kultur immer weiter über die Welt ausbreitet, ihre Denkschemata nicht mehr nur auf den Raum der Vereinigten Staaten begrenzt sind.
Das schöne daran ist, das der Diskurs in eine unterhaltende Geschichte eingebetet ist, die einem Mord und Totschlag und die restlichen Bösartigkeiten des Lebens, als Happy End verkauft. Das bedeutet, und hier sind wir bei einer der größten Stärken des Genres, man hat die Option: Man kann einfach abschalten und sich berieseln lassen, oder nachdenken und seinen Geist schärfen.
Natürlich stimmt es, dass dieser Diskurs sehr einseitig geführt wird. Ein Grund dafür ist bestimmt, dass das Genre in fester Hand von Menschen US-Amerikanischer Prägung ist, also nur eine Meinung vertreten wird. Mal davon abgesehen, dass es schwierig ist an diesen Entscheidungsträgern vorbei, eine andere Sicht in die Welt der Superhelden zu platzieren, wird das Genre von Menschen, die eine andere Meinung haben, eh gemieden. Gerne wird behauptet. es eigne sich nicht um „echte" Geschichten zu schreiben oder um das „wahre" Leben abzubilden. Hmm. Lustig zu denken, dass in einem Genre, das sich durch das Ungewöhnliche auszeichnet das Gewöhnliche nicht mehr möglich sein soll, wo es doch nur durch eben dieses möglich wird. Glücklicherweise wurde dieser Gedanke mittlerweile auch von mehreren Autoren widerlegt.
Davon mal abgesehen: Barry Windsor Smith stellte mal die These auf, dass der Leser genauso Geschichten über Jugenderfahrungen von sonst wem verschlingen würde, wie er Supermangeschichten goutiert, würde man sie ihm nur entsprechend anbieten. Mag sein. Aber das Schöne an Superhelden ist doch, dass sie gerade etwas anderes erzählen, und wenn sie Jugenderfahrungen behandeln, dann auf eine andere Weise, als das in realitätsnäheren Genres getan wird.
„Echte" Geschichten oder das „wahre" Leben kann man, zumindest meiner Meinung nach, eh nicht abbilden, und das ist auch gar nicht der Sinn von Geschichten. Gute Geschichten reflektieren Aspekte dessen was wir Leben nennen und Unterhalten dabei, lassen uns also gleichzeitig unser echtes, wahres Leben vergessen, so wir das für den Augenblick wollen. Das Genre Superhelden wird dabei zu einer weiteren Farbe im Spektrum der Möglichkeiten eine Geschichte zu erzählen. Lehnt man es ab, ist es so als würde man nicht mehr mit Blau malen wollen. Kann man machen, darf aber nicht vergessen, dass einem dann auch Violett fehlt.
Für mich persönlich ist dazu noch eine Überlegung, dass, wenn man etwas zu sagen hat, dies in einer Form tut , in der auch jemand hören kann. Noch wird das Genre gerne gelesen. Zumindest war es eines der erfolgreichsten Genres im Comicbereich. Soll man all die armen Menschen bei der Meinungsbildung wirklich der Obhut von reaktionären Gewaltverherrlichern überlassen?
Es könnte ein gefährliches Spiel sein das man da treibt...

Bleibt noch anzumerken:
Eine alte Weisheit: Die Geschichte ist was zählt. Mir persönlich ist es eigentlich ziemlich egal, ob es in ihr um Superhelden geht oder den Reallohn der Bundesrepublik Deutschland, der von 1979 bis 2003 um ganze 1,34% gestiegen ist. Wichtig ist mir (Vorsicht: Mehrdeutig), dass beim Konsumieren der Stuhl auf dem ich sitze nicht hart wird.
Und: Natürlich bin ich nicht der Meinung das Thema ausreichend erörtert zu haben. Kurz angerissen bestenfalls, weiterdenken müsst ihr selber.
Deshalb: Pack sie dir, Tiger!

Superhelden zum lesen:

Hulk: Banner- Azzarello, Corben
Superman: For Tomorrow- Azzarello, Lee
Nick Fury: Fury- Ennis, Robertson
Elektra: Assassin- Miller, Sienkiewicz
Batman: Dark Night Returns- Miller
        Arkham Asylum- Morrison, McKean
        The Golden Streets Of Gotham- Van Meter, Chiang, Edwards
JLA: The Return Of The Justice League Of America- DeMatteis, Barr
Street Angel- Rugg, Maruca
Maxx- Keith
Automatic Kafka- Casey, Wood
Alias- Bendis
Cable- Tischman, Kordey





As far as the Diamond Top 300 goes,
diversity roughly means superheroes with capes
versus superheroes without capes - Newsrama

Es gab eine Zeit, da fand ich Superhelden ganz töfte. Ich war irgendwo zwischen Vorschul- und Schulalter und fuhr, wie alle Gören dieses unwürdigen Alters, auf knallige Schlüsselreize ab: Fantastische Stunts, ausgiebige Prügeleien, Knalleffekte. Als Zugabe gab es Frauen in Fetish-Outfit, die genauso waren wie Jungs, nur halt mit diesen, also, riesigen Brüsten, langen wallenden Haaren und Lippen von der Pralligkeit eines Stoßdämpfers. Meine Welt war in Ordnung.

Nun bin ich in meinen Dreissigern und schwanke bei Comics beständig zwischen Euphorie (Aufbruchstimmung !! Die unbegrenzten Möglichkeiten des Mediums! Die nette Community !) - und dumpfschwarzer Depression ob eines Mediums, dass sich immer noch zu neunzig Prozent über Schlüsselreizliteratur definiert, und verdientermaßen entsprechend wahrgenommen wird. Superheldencomics mit ihrer kruden Mischung aus Stunts, exaltierter Gewaltdarstellung und billigem Pathos, inhaltlich wie ästhetisch das Äquivalent zu einer Manowar-Platte, haben das äußere Erscheinungsbild des Comic mehr als alles andere geprägt und dem Medium die Obskurität verschafft, die die Allgemeinheit als so abschreckend empfindet; Sie sorgen für die leicht angeschmuddelte Atmosphäre der Comicläden, die jeden Uneingeweihten sofort wieder raustreibt, und für die hohe Frequenz der immergleichen pickeligen Nerds, die mit ihrem fettigen Haar in der spackigen Lederjuppe über dem karierten Synthetikpulli beieinander vor dem Spawn-Regal stehen und sich über die Fehler in der Synchronisation von Dawn of the Dead unterhalten. Die Szene greint unablässig, daß sie keine Anerkennung findet und den "normalen" Leser nicht erreicht, und die Leserin schon mal gar nicht - aber kann man es den Claudias und Nicoles dieser Welt wirklich vorwerfen, daß sie sich mit Bridget Jones eher identifizieren als mit She-Hulk? - Identifikation oder nicht, jedes andere Medium strebt nach dem Einfangen irgendeiner Art von Wahrheit oder Wahrhaftigkeit, nach dem Vermitteln von Gefühlen und Atmosphären, nach dem Schaffen greifbarer, komplexer Charaktere, aber neunzig Prozent der Comicautoren ebenso wie ihre Leser scheinen das nicht zu wollen. Sie wollen nur sehen, wie sich eine Frau in einen Vampir verwandelt oder wie ein Alienmonster eine Stadt eindampft. Bevor der Held geflattert kommt und ihm seine gummibezogene Faust in den Kiefer drückt.

Aber hömma, höre ich da nölen, es gibt doch auch gute, komplexe Superheldenstories.

Papperlapap.

Zunächst, um mit Warren Ellis zu sprechen, wenn ich in eine Buchhandlung gehe, und dort gibt es nur Bücher über Krankenschwestern, tausende, in allen Formen und Farben, aber eben nur über Krankenschwestern, dann ist die Tatsache daß auch ein paar gute dabei sind, ein schwacher Trost. Vielleicht will ich ja einfach nichts über Krankenschwestern lesen ? - Daß das Genre auch mal einen tauglichen Plot oder Dialog hervorbringt, ist bei den enormen Aufgebot von Heften und Paperbacks nicht weiter verwunderlich; keine Frage, es gibt hervorragende Superheldencomics. Aber sie sind nicht gut weil sie Superheldencomics sind, sondern trotzdem - weil die Autoren es verstanden haben, um die unabdinglichen Prügel herum interessante Plots und halbwegs glaubhafte Charaktere zu schreiben; aber das Konzept des Superhelden per se bedingt seine Natur als Schlüsselreizliteratur - wofür ist man denn Superheld, wenn man nicht rumfliegt und sich prügelt ? - und auch der beste Plot, und der schönste Dialog, ordnet sich der Hauptmission des Genres unter, nämlich eben der ausgiebigen Darstellung von Kampfszenen, spektakulären Stunts und Explosionen. Und wenn ich die Namen von "guten" Superheldencomics der neueren Generation Revue passieren lasse, lese ich Namen wie Judd Winnick, Ed Brubaker, David Mack, Brian Michael Bendis, Sam Kieth oder auch mal Kyle Baker - alles Autoren, die im alternativen Comicbereich fantastische, inspirierende Real-Life-Geschichten geschaffen haben und die, wie auch z. B. Regisseur Kevin Smith, von Marvel und DC rekrutiert wurden, weil ihnen - den Verlagen, that is - kommerziell der Arsch auf Grundeis geht und sie das Genre neu beleben müssen. Aber auch diese punktuelle Auffrischung ist nur ein kurzfristiger Aufschub des unvermeidlichen, gänzlichen und verdienten Niedergangs dieses in seiner ureigenen Wurzel anachronistischen Genres: Muskelprotze, die durch die Luft fliegen - gibt es etwas abgemeldeteres? Wirklich ursächlich hat sich seit Tarzan nichts getan, ausser dass er jetzt in Gummi geht und Dinge sagt wie It's time to kick some ass.

Manchmal, wird häufig argumentiert, will man ja auch nichts anderes als richtig schönen Pulp, so wie man zuweilen Lust auf McDonalds-Junk hat. Absolut legitim. Keine Einwände. Ach, doch: den Pulp-Job machen andere Medien inzwischen weitaus besser. Atemberaubende Stunts oder Explosionen sind im Kino besser aufgehoben; eine Person die von Daredevil Ninja beeindruckt ist, wird von BLADE II noch viel beeindruckter sein; und Kloppereien sind weitaus fesselnder, wenn man selber in einem Video- oder Computerspiel als Kämpfer agieren kann. Das statische Medium Comic war okay für das Gekloppe von Hulk und dem Thor, als eine Umsetzung in Realfilm oder Animation unmöglich oder unbezahlbar war; mit dem Einzug der digitalen Technik sind Kino und Computerspiel für solche Szenarien das bei weitem geeignetere Medium geworden.

Genau, was ist mit den unzähligen Superheldenverfilmungen? Ist die Superheldenfilmwelle nicht ein Indikator für die stetige oder erneute Beliebtheit der Superheldencomics?

Well, no.

In Wahrheit sind die Filmlizenzen die letzte verbliebene wirkliche Einnahmequelle der grossen Comicverlage. Selbst die populärsten Superheldenserien, seinerzeit in Millionenauflage erschienen, bringen es jetzt gerade mal auf Auflagen um die 40.000 - für amerikanische Verhältnisse ein Witz, während selbst ein quasi-Flop wie der erbärmliche Hulk Millionen ins Kino holte und am Ende gar noch schwarze Zahlen schrieb. Hollywood ist händeringend auf der Suche nach Stoffen, und der Superhelden-Mikrokosmos mit seinen Hunderten vorgefertigten Charakteren und endlosen visuell vorgelegten Szenarien wird eine Zeitlang Hollywoods neuer Elefantenfriedhof sein, bis auch diese Feld mal ausgeschlachtet ist. Währenddessen erweisen sich Videospieladaptionen, wie die Erfolge von Tomb Raider und Resident Evil belegen, als weitaus geeignetere Rahmen für Dresch- und Ballergeschichten zu sein. Kaum Story, direkt zur Sache - der ehrlichere Weg.

Die Verkaufszahlen schwinden also drastisch und auch symptomatische Wiederbelebungen werden das Genre nicht aus der Gülle ziehen. Was musste Superman in den letzten Jahren nicht alles über sich ergehen lassen! Neues Kostüm! Neue Kräfte! Selbst sterben und wiederauferstehen musste der Gute, und die Welt hat dennoch ihren Atem nicht angehalten. In der Essenz läuft alles darauf hinaus, dass das Superheldengenre nichts wirklich erhaltenswertes hervorgebracht hat; seine klischeegetränkten Helden- und Geschlechtertypisierungen machen den Leser nicht mehr satt, und seine visuellen Knalleffekte sind in anderen Medien besser aufgehoben; Marvel und DC versuchen durch die Rekrutierung einer neuen Generation von Autoren das ganz grosse Abrutschen erstmal aufzuschieben, aber diese Autoren, seien es Kevin Smith, David Mack oder Michael Bendis, tun ihren Job - neben der Kohle - for old times' sake: sie sind mit Superhelden aufgewachsen und zollen auf diese Weise ihren Tribut. Aber wird das auch für kommende Generationen gelten? Was die Kiddos der 60er und 70er in den Superhelden fanden, finden jetzige und kommende Generationen in Computerspielen und Fernsehserien. Dem Medium werden, früher oder später, die Autoren ausgehen.

Ich bin unterdessen guter Dinge, denn das Medium geht neue Wege: Autoren des alternativen Comics, wie Joe Sacco und Adrian Tomine, finden zunehmend Beachtung im Kulturjournalismus, werden mit grossen Schriftstellern und Regisseuren verglichen, und auch finanziell ist die alternative Seite des Mediums auf dem Weg: Die Erstauflage des 600-Seiten-Comicromans Blankets war trotz des hohen Preises in USA wie auch in Spanien und Frankreich innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Neue Traditionen werden geschaffen, angehende Autoren orientieren sich zunehmend an den Ästhetiken und Inhalten jenseits des ewig gleichen Mainstream-Malstroms - und während die Superhelden in der amerikanischen Kultur viel zu sehr eingebettet sind um in absehbarer Zeit zu verschwinden, haben sie in der deutschen kulturellen Tradition ebensowenig ihren angestammten Platz wie das Didgeridoo, und daher stehen die Chancen für ein langsames, qualvolles, aber baldiges Verschwinden des Genres recht gut, und ich hoffe, dabei zu sein wenn es passiert. Um mit Elvis Costello zu sprechen:

And when they finally put you in the ground
I'll stand by your grave
and tramp
the
dirt
down.