09.12.2005


W-Man ist zurück!

Nach einjähriger Pause gibt es seit Anfang Dezember wieder die tägliche Dosis Weihnachtswahnsinn von Ulrich Schüttfort. Schon im Dezember 2002 und 2003 hat der Frankfurter Illustrator und Cartoonist jeden Tag einen Cartoonstreifen mit dem extrem lakonischen und deprimierten W-Man online gestellt und damit vielen Lesern das Warten aufs Christkind versüßt.

Jetzt gibt es endlich neue Abenteuer von W-Man zu sehen. Und man trifft auf alte Bekannte: Die sabotagefreudigen Wichtel sind selbstverständlich dabei, der Tod und Jesus von Nazareth (oder doch nicht...?) haben Gastauftritte.
Und natürlich zeigen die Cartoons uns einmal mehr, dass auch der Weihnachtsmann einen extrem stressigen Alltag hat.

Mehr Cartoons und natürlich auch den W-Man gibt's bei www.schuettfort.com

 

Rezension: Watchmen 02.12.2005

 

Top-Meldung aus dem Szene-Whatcher #233

Quis custodiet custodies?

In den frühen 80ern kaufte DC von Charlton Comics einige leicht angestaubte Comic Charaktere, ohne sie anschliessend in irgendeiner Form in das eigene Universum einzubinden. Der Autor Alan Moore, der in den Mitachtzigern für DC an der Serie Swamp Thing arbeitete, fand die untätigen Superhelden verlockend, denn da gab es eine Hand voll Charaktere in ihrem eigenen Universum, an denen man sich quasi austoben konnte, ohne in aktuelle Abläufe eingreifen zu müssen. Moore entwarf ein ziemlich extremes Szenario, in dem die Helden aus dem Charlton Verlag keine Überlebenschance hatten. DCs damaliger Editor in Chief Dick Giordano war zwar sehr angetan von der, bis zu diesem Zeitpunkt, überwiegend krimibasierten Story, wollte aber aus nostalgischen Gründen ein Massensterben der Helden, die ihm seit seiner Tätigkeit bei Charlton ans Herz gewachsen waren, nicht zulassen. Er ermunterte Moore, die Geschichte mit neu erfundenen Charakteren zu gestalten, was er auch tat... und so wandelten sich The Peacemaker in The Comedian, Captain Atom in Doctor Manhattan, Blue Beetle in Nite Owl I und II, Thunderbolt in Ozymandias, The Question in Rorschach und Nightshade in Silk Spectre I und II. Und natürlich wurde aus dem ursprünglichen Titel Who killed the Peacemaker der endgültige: WATCHMEN.

Zusammen mit dem Zeichner Dave Gibbons und dem Coloristen John Higgins ließ Moore in der Folgezeit ein Werk entstehen, das die bis dahin bekannten Superhelden-Universen schlichtweg auf den Kopf stellte, die grafische Erzählweise revolutionierte, den unkontrollierten Aktivismus und die Einfältigkeit des Superheldentums aufdeckte, den Symbolismus als Kommunikationsform instrumentalisierte, politische Abgründe aufzeigte und, und, und... kurz ausgedrückt, ein Werk, das dem Leser eine Welt zeigte, von der er nie geglaubt hätte, dass sie in ihrer Tiefe, ihrem Detailreichtum und ihrer Komplexität in eine Comic-Serie von zwölf Heften passen würde.
Die Cover der zwölf Ausgaben geben keine Auskunft über den Inhalt, keine protzigen Schriftzüge und keine aussagekräftigen Zeichnungen, stattdessen Symbole und Bildausschnitte, die, wie sich beim Lesen der Hefte herausstellt, der Start in eine andere Dimension sind, in der die Superhelden einen sehr zweifelhaften Ruf geniessen. Ihre angeblichen "Heldentaten" entpuppen sich als Frondienste für kriegführende Regierungen, denen sie aus schierer Naivität heraus ihre Kräfte zur Verfügung stellten und damit verdammt nahe an das Kriegsverbrechertum heranrückten. Die Helden outen sich als brutale Psychopathen, arrogante Mutanten oder frustrierte Einfallspinsel. Kein Wunder, dass sie in dieser Zeit kaum auf Sympathie hoffen kännen, schlimmer noch, jemand will ihnen ans Leder. Sie passen einfach nicht in diese Welt, die sie nicht wirklich verändern, aber allein durch ihre Anwesenheit deformieren. Im Grunde haben sie kläglich versagt - und jetzt kommt das grosse Zähneklappern.
Das Werk kommt gänzlich ohne übertriebene Action aus, vielmehr erschrickt man jedesmal, wenn sich Bewegungsabläufe andeuten, die über das Normalmass hinausgehen, was erstaunlich ist, zumal in dem Comic auf jegliches Speedlining verzichtet wird. Man gewöhnt sich schnell an den scheinbar starren Bildaufbau und die detailreichen Panels, die irgendwann jede Seite zu einem Suchbild werden lassen. Oftmals hat man das Gefühl, über all die Einzelheiten, die Stories in der Story oder das Bild im Bild alles verpasst und den Faden verloren zu haben, dann blättert man zurück in dem Heft, in dem keine Werbeseiten stören und entdeckt wiederum neue Zusammenhänge und Szenen, die man aus anderen Perspektiven schon vorher gesehen hat, und klick - nochmal zurückblättern, nachlesen kann nicht schaden.

Was Alan Moore, schreibt entbehrt nie eines politischen Hintergrunds und so wird auch bei Watchmen die Story von Gedanken vorangetrieben,die Ängste schüren: Wann kommt das Ende? Der Atomkrieg? Moore findet Antworten in der Bibel (Sodom und Gomorrah), bei dem römischen Satiriker Juvenal, der für die Frage Quis custodiet custodies? (Wer bewacht die Wächter?, Who watches the watchmen?) ins Exil geschickt wurde, bei Bert Brecht ( Dreigroschenoper) und bei Bob Dylan ( Desolation Row).
Während der Arbeit an Watchmen wurde die Handlung immer komplexer, so dass schon das Skript für die erste Ausgabe auf über 100 eng beschriebene Seiten anwuchs. DC mag bei dem Gedanken vielleicht nicht ganz wohl gewesen sein, denn immerhin rennt Dr. Manhattan ab und an mal nackt durch die Gegend, ausserdem birgt die Story etliche Anspielungen auf US-amerikanische Regierungskreise und hatte obendrein keine Verknüpfungen zum aktuellen DC-Universum. Aber der Verlag stand zu seiner Entscheidung und segnete selbst Moores extremste Vorstellungen ab - man war ohnehin der Meinung, dass sich der Verkaufserfolg, allein schon auf Grund des ungewöhnlichen Designs, in Grenzen halten und nur Leser ansprechen würde, die sich ansonsten nicht für Comics interessieren. Eine gewaltige Fehleinschätzung, wie sich zeigen sollte.
Die Erkenntnis, dass es sich bei dieser Story um etwas absolut Einmaliges handelt, hat alle Nacheiferer davon abgehalten, sich an eine Fortsetzung heranzuwagen, was rechtlich durchaus mäglich gewesen wäre, und Gott sei Dank ist uns bislang auch eine Verfilmung erspart geblieben.
Die in den Jahren 1986-1987 erschienenen zwölf Ausgaben,die in den USA mit zahlreichen Kirby und Eisner Awards ausgezeichnet wurden und sowohl im Luxusformat als auch als Trade Paperback in der x-ten Auflage im Handel waren und sind, kommen gerade rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft als limitiertes Sammelwerk im Originalformat und Hardcover mit Schutzumschlag
in den Handel. Der Panini Verlag hat weder Kosten noch Mühe gescheut, um dieses grandiose Meisterwerk in anspruchsvollem Gewand zu präsentieren - und wem der Preis von € 49,95 zu hoch erscheint, der möge bitte berücksichtigen, dass die verkorkste Alben-Ausgabe aus
dem Jahr 1989 mit DM 100,80 (6 x DM 16,80) zu Buche schlug!

Panini Comics, ISBN 3-89921-972-4, für € 49,95, mit neuer ‹bersetzung, im HC-Format mit Schutzumschlag, auf Hochglanzpapier, mit unveröffentlichten Extras und Anmerkungen.
Extremely recommended!!

Weitere Meldungen im neuen Szene-Whatcher.

 

Rezension: Jamiri/Pornorama 24.11.2005

 

Jamiri "Pornorama"

Das Leben, wie Jamiri es sieht. Unter diesem Motto philosophiert der Essener Zeichner, der mit vollem Namen Jan-Michael Richter heisst, seit Jahren in seinen Onepager-Comics für verschiedene Publikationen wie u.a. Unicum oder Spiegel Online.

Nun ist sind seine neuesten Betrachtungen in dem Sammelband "Pornorama" zusammengefasst bei uni-edition erschienen.
Was man sonst in kleinen Happen goutieren mag: Hier wird es zu einer opulenten Festtafel, die für jeden Gaumen ein paar Leckerli bereithält. Ob schenkelklopfender Blödsinn oder feine Ironie, das Vorführen von Spießertum oder das Aufbrechen von Dogmen, Jamiri vereint dies alles gekonnt in seinem Comic-Alter-Ego und scheut sich nie, eigene Schwächen - manches mal bis zur Schmerzgrenze - auszuschlachten. Unter anderem ist es genau dieser Umstand, der seine Comics so sympathisch und lesenswert macht.

Der Mikrokosmos von Jamiris Welt besteht aus Cafés, Bars, seinem Fiat und natürlich seiner Wohnung. In dieser Umgebung tummeln sich Jamiris Freunde, seine Frau Beate und Gott. Mit Ihnen und durch diese Figuren entdecken wir den täglichen Wahn, die kleinen und großen Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten in unserer (Pop-)Kultur.

Jamiris Witz ist treffsicher, ohne verletzend zu sein. Er amüsiert eher, als dass er einem zum mitgrölen einlädt und man kann seine Comics lesen, ohne seinen Intellekt an der Garderobe abgeben zu müssen.
Die Zeichnungen sind sehr detailliert, die Verwendung von (nachgemalten) Fotohintergründen schafft einen starken Bezug zur Realität - der dann das Geschehen im Comic um so übertriebener erscheinen lässt. Gerne überzeichnet Jamiri seine Charaktere, karikiert und verzerrt sie. Dadurch entsteht ein optisches Spannungsfeld, dass die Wirkung der Gags noch steigert.

Immerhin ist dies bereits der achte Sammelband des Zeichners, da kann man erwarten, dass Jamiri weiß, wie er seine Leser fesselt.
Er weiß es.

Jamiri
PORNORAMA
uni-edition, 2005, 48 Seiten, Paperback
ISBN 3-937151-39-7
10,00 Euro

Das Buch ist im Buchhandel oder im Online-Buchshop des Verlags www.uni-edition.de  erhältlich.

 

15.11.2005

 

Der Szene-Whatcher wird Szehn

Vor 10 Jahren erschien der erste "Szene-Whatcher", ein News-Flyer, der sich selber " Flyer-Zine der trivialen Szene und Anzeiger für triviales Entertainment" nennt. Anfänglich als zweiseitige Fotokopie in Berliner Comicläden für 50 Pfennig "Berlin-Preis" verteilt, wechselte der Newsletter bald parallel und schließlich komplett als PDF ins Internet. Nun kann man sich auf der Homepage www.szene-whatcher.de bereits die 232. Ausgabe kostenlos herunterladen. Seit 1995 ist der Szene-Whatcher damit in einem fast 14-tägigen Rythmus erschienen.

Dabei haben die Macher Gaby und Joscha Heinkow nicht nur auf die Aktualität der Beiträge, sondern auch auf eine breite Themenauswahl geachtet. Neben Neuigkeiten aus der deutschen, amerikanischen oder französischen Verlagsszene gab es regelmäßig Berichte von Comicbörsen, Messen oder Fan-Treffen, ein Mattoti wurde hier genauso gewürdigt wie ein Wäscher. Die kritische Betrachtung des Comicgeschehens ist zu einem Markenzeichen des Szene-Whatchers geworden, der ihn - auch in den Augen vieler Verlagsvertreter - zu einer wichtigen Nachrichtenquelle hat werden lassen.

Wir wünschen dem Szene-Whatcher alles Gute und ein langes Comic-Leben!

 

14.11.2005


Top-Meldung aus dem Szene-Whatcher #232

Erst mal 'ne Currywurst


Seit Anfang November 2005 kann man ihn an Berliner Currywurst-Buden treffen, denn jene kulinarische Grausamkeit ist sein Grundnahrungsmittel oder man sieht ihn auf den Fluren der Arbeitsagentur, wenn er auf die Bearbeitung seines Hartz IV-Antrages und die Bewilligung seiner nächsten Umschulung wartet und man begegnet ihm, dem lupenreinen Energie Cottbus-Fan, an Spieltagen im Stadion der Freundschaft. Die Rede ist von Super-Ulli, dem Protagonisten des neuen politisch angehauchten Cartoons in der Super Illu.
Der Junggeselle Ulli und dessen gleichnamiger Hund, der an Currywurst- Buden durch ein ähnliches Suchtverhalten wie sein Herrchen auffällt, wollen die Welt vor Bürokratie und Abzockerei retten und bewahren - ein beschwerlicher Kampf wie der Cartoon beweisen wird, denn "Ulli durchlebt die gleichen Probleme wie die Meisten hier im Osten" (Originalton Super Illu).
Im wöchentlichen Rhythmus kommen in dem Magazin künftig die aktuellen Heldentaten des lauteren Retter der Amts- und Behördenverdrossenen in Reimform zum Abdruck. Der Autor und Zeichner des Cartoons, Detlef Noack (47), lebt in Berlin, spielt zusammen mit seiner Freundin in der Band Susikju und ist nebenbei dank seiner leistungssportlichen Vergangenheit Athletik-Trainer in einem Potsdamer Schwimmverein.


Weitere Meldungen im neuen Szene-Whatcher.

21.10.2005


Heftich, Heftich!

Die Independent-Comic Messe "Heftich 7", ausgerichtet von der INC (Initiative Comic Kunst e.V.), findet am Sonntag, dem 4. Dezember, von 14 Uhr bis Open End im Fundbureau, Stresemannstr. 114, als TOKYO PUNK statt.
Die Heftich gibt Zeichnern und Kleinverlegern aus ganz Deutschland (wie Reprodukt, Zwerchfell, Schwarzer Turm und anderen) die Möglichkeit, ihre Veröffentlichungen bekannt zu machen, Comics zu verkaufen, und mit Lesern und Kollegen in Kontakt zu kommen...
Dieses siebte Jahr wird der grosse Durchbruch in den fernen Osten stattfinden! Mauern werden fallen!
Was deutsche Comickünstler mit den Welten japanischer Comicstars verbindet, wird mit einer Ausstellung und einem 96 seitigen TOKYO PUNK-Manga-Heft lebendig werden.
Zwei Welten prallen aufeinander: Der traditionsbehaftete, aber innovative japanische Manga mit seiner zur Zeit sehr populären Bildsprache, und die deutschen, verqueren Untergrund-Comix mit ihren deftigen Inhalten. Hiesige Comiczeichner erzählen mit den Mitteln japanischer Mangastars: Der Einkauf bei ALDI in Manga-Speedlines, der Schwertkampf in norddeutscher Zeichenkunst.
Plus - Die festliche Verleihung: "Der Harten" wird alljährlich an die drei besten selbst verlegten Hefte verliehen. Die Comics werden auf der HEFTICH eingereicht und direkt vor Ort bewertet. Auch dieses Jahr wird sich eine Jury aus kundigen Zeichnern, Kritikern und Fachleuten zusammenfinden, um die Preisträger der "Harten" zu ermitteln.
Übrigens: Benannt ist der Preis nach Ulf Harten, dem Gründer und 1. Vorsitzenden der INC von 1991 bis 1998.
Party ab 20 Uhr mit Live-Band und Deejay!!!


Der Tokyopunk-Flyer

Weitere Informationen über die Veranstaltung (und die Möglichkeit, bei Till Lassmann einen Stand zu mieten!!!) bekommt Ihr im Comicforum: www.comicforum.de/showthread.php?t=74234.
Sehts Euch an!

ANMELDUNGEN gehen an Till Lassmann: till_lassmann@web.de

Infos über Standort und FUNDBUREAU überhaupt bei www.fundbureau.de



21.10.2005


Bauarbeiter Jim-Kalender

Für alle Fans von Bauarbeiter Jim und seinem Freund Hundi, bekannt aus Inkplosion:

Ab sofort kann auf www.gruebelhund.de der brandneue Bauarbeiterkalender 2006 bestellt werden. "Ein tierisches Jahr" mit 12 lustig-abenteuerlichen Baustellen in aller Welt. Das großartigste Weihnachtsgeschenk überhaupt, im Format DIN A3 für nur 12 Euro!


Für alle Freunde des verdrehten Buchstabens: Der Bauarbeiter Jim-Kalender



 
14.10.2005

Die Kolumne von Sven Taucke


Moin Moin allerseits!

Viel Neues bei Inkplosion. Zum Beispiel diese Kolumne. Ab sofort finden die geneigte Leserschaft an dieser Stelle Neuigkeiten aus der Hamburger Comicwelt.
Warum auch nicht? Vielen gilt Hamburg ja als Comichauptstadt des Landes, und natürlich schwillt einem Fischkopp der Kamm wenn er damit konfrontiert wird.

Nun denn, was steht an?
Zur Zeit laufen die Vorbereitungen für die nächste Heftich, der jährlich stattfindenden Independent-Comicbörse.
Bereits zum siebten Mal wird die INC (Initiative Comic Kunst e.V.) das Treiben ausrichten. Die Heftich gibt Zeichnern und Kleinverlegern die Möglichkeit, ihre Veröffentlichungen bekannt zu machen, hoffentlich viele Comics zu verkaufen, und mit Lesern und Kollegen in Kontakt zu kommen. Seit der vierten Heftich wird ausserdem der "Goldene Harten" für die besten selbst verlegten Comix verliehen. Traditionell gibt es Abends Party mit Deejay und Live-Musik.
Am Sonntag, den 4. Dezember werden um 14 Uhr die heiligen Hallen des Fundbureaus in der Stresemannstr. 114 für die Heftich 7 geöffnet.

HEFTICH goes MANGA: TOKYO PUNK
Die Heftich wird dieses Jahr mit dem Themenschwerpunkt Manga als TOKYO PUNK stattfinden.
In erster Ankündigung liest sich das so:
"Heftich, die Independent Comic-Messe, ausgerichtet von der Initiative Comic Kunst e.V., INC, lässt dieses siebte Jahr den grossen Durchbruch in den fernen Osten stattfinden! Mauern werden fallen! Zwei Welten werden aufeinander prallen: Der traditionsbehaftete und innovative japanische Manga mit seiner zur Zeit sehr populären Bildsprache, und der deutsche, verquere Untergrund-Comix mit seinen deftigen Inhalten. Hiesige Comixzeichner erzählen mit den Mitteln japanischer Mangastars!"

Eine Ausstellung im Fundbureau und eine TOKYO PUNK-Special-Mangaausgabe werden zeigen, inwieweit das Kalkül aufgeht, die zumeist doch einander sehr fremden Welten zu kombinieren. Im Programm der Heftich wird es ausserdem einen Manga-Workshop von Kenichi Kusano ("Der Morgen", "Gib mir Wasser!") geben. In Planung sind ein Cosplay-Wettbewerb (dabei stellen Manga-Fans ihre Comichelden in selbst hergestellten Kostümen da) und ein Go-Turnier.
Übrigens: Nachdem man sich im Rahmen eines kleinen INC-Treffens überlegt hatte, Heftich 7 als TOKYO PUNK stattfinden zu lassen, platzte die Neuigkeit herein, dass der Verlag Schwarzer Turm ein eigenes Manga-Label heraus-bringen wird. Obwohl bei den Hünfeldern auch einige Hamburger Zeichner veröffentlichen, ist es reiner Zufall, dass die INC jetzt zeitgleich das Thema Manga für die Heftich entdeckt hat. Das zeigt aber, wie gross die Bereitschaft in der hiesigen Comicgemeinde ist, sich mit den Erzähl- und Zeichentraditionen Japans auseinander zu setzen.Vorfreude auf TOKYO PUNK ist jedenfalls schonmal da. Es wird spannend werden zu sehen, wie Manga von den deutschen Untergrund-Zeichnern umgesetzt wird.Und mal schaun, inwieweit das Thema Manga auch neues Publikum zur Heftich anlockt.


Sammelt Undergroundmangas für TOKYO PUNK ein: Wittek

Bei TOKYO PUNK mitmachen!
Bei der TOKYO PUNK-Special-Mangaausgabe kann noch mitgemacht werden! Das Heft wird ein klassisches Kopierheft werden. Format DIN A5, Graustufen sind kein Problem, ansonsten Schwarz-Weiss.

Wer dabei sein möchte, schickt eine Kopie seines Beitrages an

Wittek
Schulweg 29
20259 Hamburg

Bitte direkt im Format DIN A5, keine Dateien, einfach Papier mit Comic drauf als guter Ausdruck oder Kopie.
Das waren noch Zeiten, als man Comicseiten noch mühselig per E-Mail als PDF verschicken musste. Heutzutage schickt man den Kram einfach und bequem mit der Post! "Meine E-Mail Box ist sonst immer so voll!", so der Wittek dazu.
Weitere Infos zur INC, zur Heftich und natürlich aktuell zu TOKYO PUNK finden sich im Forum der INC unter

http://comicforum.de/forumdisplay.php?f=120

Ich hoffe, man sieht sich bei TOKYO PUNK!

Euch Sven ut Hamburch

21.09.2005


Manga-Wettbewerb

Letzte Chance für talentierte Manga-Zeichner: Am 15. November ist Einsendeschluss für Deutschlands grössten Manga-Nachwuchs-Zeichenwettbewerb

Talentierte Manga-Zeichner haben nur noch wenig Zeit, um sich mit Gleichgesinnten aus aller Welt zu messen: Am 15. November ist Einsendeschluss für den Manga-Zeichenwettbewerb der Leipziger Messe. Sie veranstaltet diesen bundesweit größsten und erfolgreichsten Leistungsvergleich rund um die unverwechselbaren Bilder, Bildergeschichten und Comic Strips im japanischen Stil inzwischen zum fünften Mal. Er steht wie bereits im Vorjahr unter der Schirmherrschaft des japanischen Botschafters in Deutschland, Yushu Takashima. Gemeinsam mit Aniversum Dresden e. V., dem Verlag Carlsen Comics, Kids Zone und RTL II sucht die Messe auch diesmal wieder die besten Manga-Zeichner der Welt. Zahlreiche Arbeiten sind bereits eingereicht worden.

Der Wettbewerb ist in vier Kategorien geteilt, die nach Einzelbild, Geschichte, Thema und Alter gegliedert sind.

Kategorie 1:
- Alter: 10 bis 15 Jahre
- Einzelbild
Thema: "Sport"

Kategorie 2:
- Alter: ab dem 16. Lebensjahr
- Einzelbild
Thema: "Sport"

Kategorie 3:
- Alter: 10 bis 15 Jahre
- abgeschlossene Manga-Geschichte mit einer Länge von acht Seiten
Thema: "Highschool - Abenteuer Schule"

Kategorie 4:
- Alter: ab dem 16. Lebensjahr
- abgeschlossene Manga-Geschichte mit einer Länge von 16 Seiten
Thema: "Highschool - Abenteuer Schule"

Eine Jury wählt aus allen Einsendungen die fünf kreativsten Arbeiten jeder Kategorie aus. Die Gewinner werden am 18. März 2006 auf der Leipziger Buchmesse bekannt gegeben. Ihnen winken Zeichenbedarfs-Warenpakete von COPIC oder ein Manga Paket von Carlsen Comics im Wert von 80 bis 500 Euro.
Die Sieger haben die Chance, entdeckt zu werden. Schliesslich veröffentlicht Carlsen Comics die ausgezeichneten Arbeiten zur Buchmesse 2006 in einem Sonderheft.

Detailliertere Informationen zu den Teilnahmebedingungen sind im Internet unter www.comicsinleipzig.de zu finden.
Auskünfte gibt es auch telefonisch unter +49 (0) 341-6788249.




14.09.2005


Comic gegen Rechts

Während die NPD Musik-CDs mit rechten Inhalten vor Schulhöfen verteilt und verschiedene Landesregierungen nach rechtlichen Mitteln suchen, diese Propaganda zu unterbinden, nutzt der Verfassungsschutz NRW ein ganz anderes Medium, um über Rechtsextremismus aufzukären. Mit dem Bildungscomic "Andi" soll Schülern, Eltern und Pädagogen geholfen werden, rechtsextremistische Werbung als solche zu entlarven.

So einzigartig wie das Projekt, ist auch bereits der Ansatz dazu: Bei der Konzeption haben die Verfassungsschützer auf die Erfahrungen und Berichte Jugendlicher zurückgegriffen. In einer Diskussion mit über 100 Schülerinnen und Schülern gab es eine klare Mehrheit, das Projekt in Comicform darzustellen - fast 70 Prozent wüschten sich den Comic im Manga-Stil. Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Dr. Ingo Wolf, erklärte dazu: "Wir glauben an den Comic als vielversprechendes Medium für Informationen des Verfassungsschutzes. Er weckt das Interesse der Jugendlichen und bringt komplexe Sachverhalte auf den Punkt".

Der Comic erzählt wie Jugendliche Ausländerfeindlichkeit und dumpfe rechtsextremistische Parolen im Schulalltag erleben. "Die Geschichte von Andi, Ayshe, Ben und den anderen kann jeder Schülerin und jedem Schüler passieren", sagte der Innenminister. Der Comic zeigt, was Grundrechte, Rechtsstaat, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Schulalltag konkret bedeuten. Durch die Konfrontation mit Widersprüchen weisen die Helden des Comics auf, dass hinter rechtsextremistischen Parolen oft die historische Verklärung von Verbrechen, gefährliche Selbstdarsteller und Geschäftemacher stecken. Der Anhang zum Comic erklärt rechtsextremistische Zeichen und Symbole. Ein konkretes Beispiel behandelt rechtsextremistisch motivierte Straftaten. Eine Liste mit Ansprechpartnern rundet den Bildungscomic ab.

Zeichner des Comics ist Peter Schaaff, INKplosion-Lesern durch seine "Tote Helden Comix - Neros Lied" aus dem INK-Special #11 bekannt. INKplosion hat den vielseitigen Düsseldorfer Zeichner (er arbeitet u. a. für MAD, Weissblech-Verlag ("Dämonika") und zeichnet Teenage Mutant Ninja Turtles für die amerikanischen Mirage Studios) zum Gespräch eingeladen:

?: Die Entscheidung, das Thema Rechtsextremismus als Comic anzugehen, ist ja aufgrund von Umfragen bei Jugendlichen gefällt worden. Auch einige grundsätzliche Inhalte hat man schon im Vorfeld festgeklopft - wie ging es dann konkret an die Entwicklung des Stoffes?

Schaaff: Das Grundgerüst des Comics wurde von Herrn Thomas Grumke vom Innenministerium NRW entwickelt. Szenen und Dialoge haben wir dann gemeinsam geschrieben.

?: Wie bist Du zu diesem Projekt gestossen?

Schaaff: Herr Grumke hat nach Zeichnern recherchiert, die für den Job in Frage kommen. Drei davon hat er dann persönlich angesprochen und zur Ausschreibung eingeladen.

?: Wie viel hast Du bzw. konntest Du zur Entwicklung der Handlung und des Storyablaufs Comics beisteuern?

Schaaff: Das war eine sehr kreative, freie Atmosphäre, in der ANDI entstanden ist. Jeder hat Ideen und änderungswünsche eingebracht.

?: Waren die Charaktere auch schon im Vorfeld festgelegt? Oder konntest Du da noch Vorschläge für Typen, Charakterisierungen etc. machen?

Schaaff: Die für die Ausschreibung geschriebene Szene von Herrn Grumke enthielt schon viele Eckpfeiler für die Entwicklung der zukünftigen Charaktere von Andi, Ayshe, Norbert und Eisenheinrich.

?: Erzählt der Comic eine Geschichte oder ist das eher episodenhaft?

Schaaff:"Tage wie dieser..." ist ein (Schul-)Tag im Leben von Andi, Ben und all den anderen.

?: Wenn man Deine anderen Arbeiten so anschaut, so sind diese bisher nicht unbedingt im Manga-Stil. Wolltest Du schon lange mal etwas in dieser Richtung machen oder kam das jetzt erst durch den Auftrag?

Schaaff: Ich wusste, dass ich einen neuen Stil brauchte, um einen Comic zu zeichnen, der möglichst viele Heranwachsende zum Anschauen und (hoffentlich) Lesen bringt. Manga ist die Nr.1 in Europa, was die Umsatzzahlen angeht. Also habe ich mir Sachen ausgeguckt, die ich für mangaesk und kompatibel zu meinem bisherigen Stil hielt und habe versucht, die in die Entwürfe einzuarbeiten. ANDI ist kein Manga. Die Zeichnungen enthalten Elemente, die sich auch in Mangas finden. Aber auch Stilelemente des Grafitti oder von Leuten wie Vaughn Bode?L. Ich dachte, dass das rocken könnte. Und es ging mir gleich locker von der Hand - für mich ein Zeichen, dass ich auf dem richtigen Weg war. Ich würde gern mehr Geschichten in der Art machen. Der Stil ist "süffig". Er lässt einem viel Raum für Experimente.

?: In wie fern war dieser Comic auch ein persönliches Anliegen?

Schaaff: Rechtsextremismus ist ganz arm. Er propagiert ein einfaches, stumpfes Menschenbild und baut auf der Unterdrückung, Ausnutzung und Vernichtung anderer Menschen auf. Eigentlich muss es jedem freien Menschen ein persönliches Anliegen sein, etwas dagegen zu tun. In meinen früheren TOTE HELDEN COMIX habe ich mich mit schon etwas dem Thema beschäftigt, wenngleich die Nazis mehr so die Funktion von "Bösen Buben" wie in HELLBOY oder den früheren CAPTAIN AMERICA- Comics erfüllen. In dieser meiner Zeit als Punk, Hausbesetzer und Kiefernstrassenbewohner gab es immer wieder ganz konkreten Stress mit rechten Leuten aller Schattierungen - von prügelgeilen Fussballhools bis hin zu rohrbombenwerfenden Naziskins. Neben Kampfsporttraining muss es aber noch andere Mittel geben, sich gegen solche Bedrohungen und die damit verbundene Angst zu wehren. ANDI will zumindest eine Ahnung von gewaltfreiem Widerstand gegen rechtsextremistische Bedrohung geben.

?: Wie lief die konkrete Arbeit ab? Im Vorfeld hatte man sich ja so viel Mühe gemacht und Jugendliche befragt - hat man dies während der Arbeit auch getan? Gab es da so etwas wie eine Probeleserschaft, eine Prüf-Instanz?

Schaaff: Ja. Mit dem fertig gescribbleten und getexteten Comic sind wir noch einmal in drei verschiedene Klassen an drei verschiedenen Schulen mit Schülern in unterschiedlichem Alter gegangen und haben uns sagen lassen, was wir besser machen können.

?: Wie sind die ersten Reaktionen auf den Comic?

Schaaff: Durchweg positiv. Das Heft geht "wie geschnitten Brot". Ich bin sehr glücklich darüber.

?: Meinst Du, der Comic kann wirklich zur politischen Bildung der Jugendlichen beitragen und den einen oder anderen Denkanstoss geben? Oder wird er vielleicht wie andere Schullektüre eher ungeliebt im Schulranzen versauern?

Schaaff: Ich sehe die zwingende Notwendigkeit, Informationen zu Rechtsstaat, Demokratie und Bürgerrechten endlich in verständlichen Worten an die Leute zu bringen, die bald unseren Staat tragen mit ihrer Arbeit und ihren Steuern. Dazu braucht es erst mal die Aufmerksamkeit und das Interesse bei Jugendlichen, sich damit zu beschäftigen. Der Comic soll LehrerInnen eine Möglichkeit geben, SchülerInnen einen Einstieg zu verschaffen und ihnen ins Thema zu helfen.

?: Vielen Dank für das Gespäch.

Die Geschichte um Andi, Ayshe, Ben und die anderen endet nicht mit diesem Andi-Comic. Schülerinnen und Schüler aller Schulen in NRW sind zu einem Wettbewerb eingeladen. Die beste Fortsetzung wird vom Zeichner Peter Schaaf illustriert und im Internet veröffentlicht. Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2005. Der Comic soll auch im Unterricht und in der Demokratieerziehung die Auseinandersetzung mit extremistischer Ideologie anstossen. Zur Vertiefung ist gleichzeitig mit der heutigen Veröffentlichung eine weiterführende Webseite unter www.andi.nrw.de geschaltet.



12.09.2005


ICOM Independent Preis 2005

Als bester Comic wurde dieses Jahr auf dem Comicfest München "Blue Moon of Kentucky" (erschienen bei Schwarzer Turm) von Stefan Atzenhofer ausgezeichnet.

Mit dem Preis als bestes Fanzine 2005 darf sich die Düsseldorfer Künstlergruppe "Herrensahne" schmücken - zu der u. a. auch der bei INKplosion veröffentlichte Leo Leowald geführt.

Eine Auszeichnung als bester (Funny) Comicbeitrag erhielt Panik Elektro - damit der zweite Preis für den Verlag Schwarzer Turm bei dieser Verleihung. Herausgeber Wittek hat die deutsche Independent-Szene in diesem Band mit dem Thema "Superhelden und Science Fiction" um sich versammelt. Mit daran beteiligt waren viele INKplosionszeichner (und -autoren), so haben Alexander Gellner, Philipp S. Neundorf, Tira May, Steffi Schütze, Johnny Speer, Peter Schaaff, Karsten Schreurs und Michael Vogt u.v.m. Beiträge beigesteuert.

Weitere Preise gingen an:

Max Andersson und Lars Sjunnesson:
Bosnian Flat Dog
Reprodukt
Bester Comicbeitrag (realistisch)

Thomas Gilke:
Import/Export
in EDIT 34 (Literaturverein EDIT e.V.)
Bestes Szenario

Eckart Sackmann (Herausgeber) u.a.:
Deutsche Comicforschung 2005
Comicplus
Sonderpreis

Lobende Erwähnungen
Naomi Fearn: Dirt Girl
Zwerchfell

Die Piccolo-Reihe bei Gringo Comics

Paul Hoppe: Die Schlange
Zwerchfell

Ulf K.: Sternennächte
Edition 52

Mawil: Die Band
Reprodukt

Tobias O. Meissner (Text) und Reinhard Kleist:
Berlinoir 2: Mord!
Edition 52

Ausführliche Infos dazu auf der Homepage der ICOM.  



12.09.2005


Felsfest

Sein (Print-) Comicdebüt gibt INKplosionscartoonist Miguel Fernandez mit dem Band "Felsfest Open Air" beim Verlag Schwarzer Turm. Mit dem 48-seitigen Farbcomic über ein Rockfestival legt Fernandez seine Diplomarbeit vor, mit der er sogar gestandene Kollegen beeindruckt: "...so stimmungsvolle Bilder, dass man bedauert, nicht selbst live dabei gewesen zu sein." (Kim Schmidt); "1-A Massenszenen" (Sebastian Krüger)

Zum Inhalt: Zusammen mit einem Freund macht sich Frederik auf, die Liebe seiner Angebeteten für sich zu gewinnen. Er reist ihr auf ein Rockfestival hinterher, das sich in seinen unbedarften Augen als Zusammentreffen von Verrückten entpuppt. Zwischen stinkenden Dixi-Klos, undichten Zelten und grölenden Rockern liefert Frederik sich mit dem Rockstar Bon Jochen einen Wettstreit um die Gunst seiner Herzensdame.

Weitere Infos gibt's auf der Webseite von Schwarzer Turm

48 Seiten, Softcover, vierfarbig, 10 Euro



08.09.2005


INK-Schocker

In der neuesten Ausgabe des Weissblech-Kultcomics haben sich gleich mehrere INKplosionstalente verewigt: Ausser Weissblech-Macher Levin Kurio, der Text und Layouts für die Story "Blutige Sümpfe" geliefert hat, haben die INKianer Rainer F. Engel (Pencils und Inks für "Blutige Sümpfe") und das Autoren- und Zeichnerteam Yann Krehl und Michael Vogt für Augenfutter gesorgt.

"Blutige Sümpfe"
Text und Layouts Levin Kurio,
Inks Rainer F. Engel
1953, McCarthy-Ära: Das FBI versucht hysterisch, Unmengen angeblicher Kommunisten zu überführen. Da kommt es in einem Nest in den Everglades zu einer Reihe mysteriöser Todesfälle. Doch das FBI ist beschäftigt - so beginnt ein junger Agent alleine mit den Nachforschungen in den schwülen Mangrovensümpfen...

"Quarantäne"
Text: Yann Krehl
Artwork: Michael Vogt
Irgendwann in naher Zukunft. Ein Virus hat einen Grossteil der Weltbevölkerung ausgelöscht. Viktor gehört zu den wenigen überlebenden dieser Katastrophe und wandert ziellos durch verlassene Vorstädte. Doch das Grauen, das ihn hier erwartet, ist schlimmer, als alles, was er bereits hinter sich hat...

Horrorschocker Nr.7 aus dem Weissblech-Verlag ist seit Anfang der Woche an allen guten Bahnhofskiosken und in allen gut sortierten Comicläden erhältlich. Oder direkt zu bestellen bei Weissblech.

HORRORSCHOCKER # 7 Levin Kurio, Rainer F. Engel, Michael Vogt 36 Seiten voll in Farbe, Heftformat, Preis 3,90 Euro  


05.09.2005


Top-Meldung aus dem Szene-Whatcher #229

Aufmarsch der Comic-Stars

So mancher Comic-Begeisterte wird sich innerhalb der letzten Wochen beim täglichen Gang zum Kiosk gefragt haben, was der Auslöser dafür war, dass in den Auslagen neben den Tageszeitungen und Magazinen plötzlich eine Comic-Edition heranwächst, wie sie für die deutsche Comic-Landschaft nicht untypischer sein kann.
Asterix und Donald Duck, Lucky Luke und Spirou stehen friedlich vereint an der Seite von Micky Maus in den Regalen des Handels, als wäre es die normalste Sache der Welt, und das zu einem Coverpreis, bei dem man sich erst einmal die Augen reiben muss. Für 4,99 Euro bzw. 4,17 Euro bei Komplettabnahme aller 12 geplanten Bände (inklusive Schmuckschuber) - sind die Comic-Ikonen zu haben, auf jeweils ca. 160-180 Seiten in einem 17,5 x 24,5 cm kleinen Hardcover-Band mit stabiler Heftung und strahlender Farbgebung.

Mitten im Sommerloch scheinen die BILD-Zeitung und der Weltbild Verlag der krisengeschüttelten Comic-Industrie unter die Arme greifen zu wollen und präsentieren in ihrer Comic- Bibliothek viel Bekanntes aus der Welt der Comics.
Und in wöchentlichem Rhythmus werden weitere Ausgaben, insgesamt zehn, in den Handel kommen, darunter Titel wie Nick Knatterton, Tim und Struppi, Fix und Foxi sowie Popeye.

Aber damit nicht genug, denn justament erscheint eine 20-teilige (!) Edition mit dem Titel Die Klassiker der Comic-Literatur im Medien- Pool von Panini und der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), deren Grundlage laut Panini eine Comic-Reihe sein soll, die in Italien zusammen mit der Zeitung La Repubblica entstanden ist und bereits in zwei Serien 60 Ausgaben umfasst. Hier kommt man dem Käufer mit einer Auswahl von Klassikern wie Tarzan, Hägar oder Gaston daher, allerdings in noch kleinerem Format und Softcover-Einband, dafür aber mit ca. 250 Seiten für Euro 4,90 je Ausgabe.

Alles in allem eine nette Idee der Verlage, aber so richtig überzeugen kann das Ganze wohl nur den Gelegenheitsleser, dem Alltime-Fan aber nur ein Schmunzeln abgewinnen. In dieser Form werden die beiden Reihen weder einer Comic-Bibliothek noch den Klassikern der Comic-Literatur gerecht. Die Auswahl der Titel unterstreicht in erheblichem Masse das aktuelle Sortiment im Handel, das sich aus Funnies jeglicher Couleur und Superhelden zusammensetzt - wobei die Panini/ FAZ-Reihe erfreulicherweise auch Comic Strips beinhaltet.
Der deutsche Comic allerdings bleibt weitgehend unbeachtet. Während in der BILD/Weltbild-Reihe wenigstens noch drei deutsche Titel (Nick Knatterton, Werner und Fix und Foxi) Aufnahme gefunden haben, verzichten Panini und die FAZ, abgesehen von dem genialen STRIZZ, dem Haus-Cartoon der FAZ, gänzlich auf deutsche Comics. In anderen Ländern ein unvorstellbarer Zustand - in Deutschland ist man vermutlich auch noch stolz darauf.

Es ist ein Trauerspiel, dass der deutsche Comic selbst im eigenen Lande chancenlos ist, und der wohl wichtigste hiesige Autor/Zeichner, Hansrudi Wäscher, der die deutsche Nachkriegs-Comic-Landschaft bis in die 60er Jahre hinein praktisch im Alleingang beherrscht und bestritten hat, in dieser vermeindlichen Bibliothek bzw. Klassiker-Reihe vällig unerwähnt bleibt.

Beide Serien sind am Kiosk und im Fachhandel erhältlich, Infos: www.bild.de und www.faz.net


30.08.2005


MAD again!

Nach langer Abstinenz hat Michael Vogt seine Feder wieder für Deutschlands verrücktestes Magazin geschwungen. Der kommenden Bundestagswahl gewidmet, ist Ende August die 84. Ausgabe von MAD erschienen.
Auf der Doppelseite "Wahlplakate - wie wir sie gerne sehen würden" nimmt Vogt die Spitzenkandidaten der wichtigsten Parteien aufs Korn und parodiert sie, in dem er Ihnen Filmplakate auf den Leib strickt. So erscheint "Merkel reloaded" oder "Westerwelle Schwammkopf" neben den "Untauglichen".


Das Magazin gibt es am Kiosk oder Bahnhofsbuchhandel. MAD#84, Preis: 2,80 Euro, 52 Seiten, Farbe
Mehr Infos: www.paninicomics.de

 

19.08.2005


Neuer Video-Clip von Alexander Gellner

Der junge Berliner Zeichner scheint kaum noch aufzuhalten zu sein -Während seine letzten beiden Animations-Clips für das Pop-Duo "Ich & Ich" noch immer in der VIVA- und MTV-Rotation stecken, hat er bereits seinen dritten Streich fertig gestellt:

Zu dem sommerhit-verdächtigen Cover des Tony-Christie-Party-Songs "Way to Amarillo" von der Hermes House Band hat Alexander Gellner ein abwechslungsreiches, buntes und poppiges Video gestaltet.
Hier gehen, fallen und fliegen die (abgesehen von den Köpfen) gezeichneten Bandmitglieder der Hermes House Band zusammen mit Gaststar Tony Christie kreuz und quer durch die Welt. Mal sieht man sie in Paris, mal in der Bronx, als zerstörerisches Godzilla-Monster in Tokio oder gar im Weltraum, gejagt vom Pentagon. Neben Auftritten von (natürlich ebenfalls gezeichneten) Gaststars wie Paris Hilton, Madonna oder Stefan Raab ist der Clip gespickt mit Bezügen zur Popkultur - Jurassic Park, Yellow Submarine oder Futurama geben sich ein Stelldichein.

An der Produktion waren unter anderen auch die INK-Zeichner Rainer Engel, Murat Kaya, Philipp S. Neundorf und Michael Vogt beteiligt.

Der Clip läuft bereits seit einigen Tagen auf den Musiksendern VIVA und MTV.


Irgendwo in Texas: "Amarillo"-Originalsänger Tony Christie.



Himmlische Musik mit der Hermes Houseband.



Schon zu Chaplins Zeiten ging es rund...



Als Mutantenmonster in Japan!


18.08.2005


Neuer Duck-Art-Kalender

Anfang Oktober erscheint der neue DUCK ART Kalender 2006 der Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus (D.O.N.A.L.D.). Die Idee stammt vom Hamburger Stammtisch, die auch das Konzept zu dem Projekt entwickelten. Es sieht vor namhafte Künstler einzuladen, die jeder einen Monat frei gestalten dürfen.
Mit von der Partie sind Geoffrey Briggs, Jörg Drühl, Jan Gulbransson, Evelin Hantel, Ulf Keyenburg, Maximilian Lückenhaus, Lutz Mathesdorf, Tom Plate, Christoph Rehbein, Guido Schröter, Malte von Tiesenhausen und Daniel Veith. Sie werden ihre Interpretation von Entenhausen zum Thema Sport, Spiel und Wettstreit im diesen Jahr präsentieren. Neben den farbigen Monatsblättern werden alle Beteiligten auf einer Extraseite kurz vorgestellt.
Damit liegt bereits der 3. Kalender vor, nachdem die vorherigen Ausgaben erfreulicherweise sehr gut liefen.
Der DUCK ART Kalender 2006 erscheint als Sonderheft #51 des DER DONALDIST und wird ohne Gewinnabsicht herausgegeben.



DIN A4, Offset, stabiler Kartonrücken & Ringbindung
13 farbige Seiten (12 Monate und Titel), sowie eine s/w Seite mit Impressum und Kurzbiographien der Künstler.

Einzelverkaufspreise:
*    Deutschland: Euro 9,00
*    Europa: Euro 13,00
*    Weltweit: Euro 15,00
Alle Preise inklusive Versand! Händlerpreise und Rabatte für Sammelbesteller auf Anfrage.

Bestelladresse:
D.O.N.A.L.D.
Thorsten Bremer
Alter Ebsdorfer Weg 20
35039 Marburg
Tel.: 06421 / 4870750
Fax: 06421 / 4870751
Email: gdd@donald.org

Informationen zum Kalender:
Maikel Das
Amandastrasse 83b
20357 Hamburg
Email: info@maikeldas.com

Oder auf der D.O.N.A.L.D. Homepage unter:
www.donald.org



18.08.2005


Pornorama

Wer regelmässig im Unicum blättert oder Spiegel-Online durchforstet, wird ihn kennen: Jamiri (Jan-Michael Richter) sorgt seit Jahren für einen satirischen Rundumschlag. Egal ob es um das Eheleben, Lifestyle, Gott oder die Abenteuer von Spacejamiri geht, der realistische Zeichenstil und Jamiris Wortwitz machen seine One-Pager zu einem Highlight in der deutschen Comic-Szene.

Nun erscheint im Oktober sein achter Sammelband "Pornorama", in der es laut Verlagsaussage "ordentlich zur Sache geht". Aber natürlich wird auch in diesem Band wieder mit allen Klischees gebrochen und nicht nur der "Generation Golf" ein selbstironischer Spiegel vorgehalten


Jamiri
PORNORAMA
uni-edition, 2005, 48 Seiten, Paperback
ISBN 3-937151-39-7
10,00 Euro

Das Buch ist im Buchhandel oder im Online-Buchshop des Verlags www.uni-edition.de  erhältlich.



11.08.2005


Top-Meldung aus dem Szene-Whatcher #228

Der Fluch des Wachstums

Der San Diego Comic Con (SDCC) ist offenbar gerade dabei, seinen Rahmen zu sprengen und die Übersichtlichkeit zu verlieren.

Man möchte meinen, dass diese Entwicklung auf uneingeschränkte Begeisterung stösst - hierzulande können wir von einer derartigen Multimedia-Veranstaltung mit Sponsoren wie Nintendo, Variety, DC und Diamond nur träumen - aber die Ansichten über dieses Giga-Treffen sind in den USA inzwischen recht unterschiedlich. Ein ständig wachsendes Medienspektakel ist immer cool für freebee-süchtige Fanboys und die sensationsheischende Journaille, nicht aber zwangsläufig für die schaffende Zunft hinter den Arbeitstischen, und wohl schon gar nicht, wenn sie sich explizit mit dem Medium Comic befasst. Was für die Multis und Powerseller zum Eldorado geworden ist, kann für die mittleren und kleinen Aussteller zur Last werden.

Hier ein paar Gedanken von langjährigen Teilnehmern des SDCC aus der US-amerikanischen Comic-Industrie:

Donna Barr (Autorin/Zeichnerin von Stinz, The Desert Peach, Permanent Party):
"Samstag: Ich erinnere mich nur daran, dass jeder - egal was er verkaufte - unter derselben Samstag-Verkaufskrise litt wie im letzten Jahr. Mann. Die Verkäufe sind weit schlechter als sie sein sollten. Manche sagen, es ist die Wirtschaft, aber die meisten sagen, dass der Con völlig durcheinander geraten ist - Porno Häschen neben Kindern, Comics neben Band Promotern. Wenn der SDCC seinen Arsch retten will, dann muss er schleunigst anfangen Aussteller nach Typ und Art zu klassifizieren. Superhelden hier. Manga dort. Spielzeug dort drüben. Kleinverlage an EINEM Ort, nicht an zweien! Klar ausgezeichnet - mit SCHILDERN und Richtungshinweisen. Und möglichst Verkehrspolizisten. Ich behaupte das Ding hat die Grösse einer Kleinstadt. Wir brauchen Verkehrspolizisten."

Bud Plant (Bud Plant Comic Art):
"Was für ein Knaller! Der diesjährige Comic-Con verging wie im Fluge, kein Wunder, denn wir hatten mehr zu tun denn je und erreichten einen Rekord was unsere Verkäufe anbelangt."

Chuck Rozanski (Präsident von Mile High Comics):
"...diese Veranstaltung ist so riesig geworden, dass sie selbst schon eine Stadt in sich ist."
"Am Mittwoch Nachmittag und Abend gibt's für Celebrities, Händler und Käufer von Dauerkarten die Preview-Night. Dieses Treffen wird immer populärer und hat im letzten Jahr rund 10.000 Besucher angezogen."
"Am Samstag war es so voll, dass es unmöglich war sich zu bücken, um sich den Schuh zuzubinden ohne Gefahr zu laufen umgerannt und zertrampelt zu werden. Ich beobachtete in der Nähe von LucasFilms, dass einige Mütter ihre Kinder nicht nur auf den Arm nahmen, damit sie besser sehen konnten, sondern auch damit sie in der Masse nicht verletzt würden."
"In den letzten zwei Jahren ist mir während meiner Rundgänge vermehrt aufgefallen, dass der Con ein symbiotisches Zusammentreffen von Exhibitionisten und Voyeuren geworden ist."
"Ein negativer Aspekt der Popularität des Cons ist die Tatsache, dass es fast unmöglich geworden ist, in der Nähe des Cons ein preiswertes Hotel zu finden. Sogar das örtliche Motel 6 (eine sehr spartanische Kette von günstigen Hotels, die üblicherweise um die US$ 39 pro Nacht berechnet) haben ihre Marke für (ausschliesslich) diese Woche auf US$ 79 festgemacht. Die Hotels nahe des Convention Centers verlangen US$ 200-350 pro Nacht. Wir hatten in diesem Jahr eine Abmachung mit einem Hotel fünf Meilen vom Center entfernt, aber ich glaube, dass wir 2006 sehr viel mehr bezahlen müssen. Ich liebe diesen Con, aber es ist wirklich ein kostspieliges Unterfangen geworden, mit einer kompletten Crew und einem grossen Stand vor Ort zu sein."

Terry Moore (Autor/Zeichner von Strangers in Paradise):
"Für mich zeigt sich ganz deutlich, dass diese Show inzwischen mehr von Woodstock hat als von einer Comic-Veranstaltung."

Der SDCC 2006 findet vom 20. - 23. Juli 2006 statt, zur Preview-Show öffnen sich bereits am Mittwoch, dem 19. Juli die Tore.  

Leah Riley (Online publishing - www.Lulu.com), Roberta Gregory (Bitchy Bitch - www.robertagregory.com), Annie Broadwater (Online publishing - www.Lulu.com) und Donna Barr ("...the networking queen.." - www.silverbulletcomicbooks.com/engine und www.stinz.com) auf dem San Diego Comic Con 2005.

Weitere Meldungen im neuen Szene-Whatcher.



11.08.2005


Neues von Weissblech-Comics

Weissblech ist einer der kleinen Independent-Verlage, die trotz der eher schlechten Marktlage kräftig weiter publiziert. Frisch aus der Druckerpresse sind nicht nur "Horrorschocker" Nr. 6 (siehe auch INKmagazin Heft 23) sondern auch WWC#15 und der Gesamtkatalog.

Hierzu die beiden Pressemeldungen von Weissblech-Comics:

WWC #15 "KALA"
Levin Kurio, Wittek, Peter Schaaff
32 Seiten in Farbe, Heftformat. Preis: 3,90 Euro

Mannomann - schon die 15. Ausgabe! Viel hat sich getan seit damals, als im Jahr 2000 die erste Ausgabe von WWC erschien... viele Themen von Horror bis Popkultur haben wir uns vorgenommen... und nun kommt KALA - die Königin der Steinzeit!
Nach vielen Anfragen haben wir uns entschlossen, ein Heft unserer saurierreitenden Urweltamazone zu widmen! Deshalb gibt es 2 nagelneue Geschichten aus der finsteren Urzeit, eine davon geinkt von... Wittek!
Für alle, die KALA nicht kennen: das ist eine nackte Frau, die auf`m Saurier reitet und Urmenschen verkloppt... sprich: gepflegte Unterhaltung!
Als Bonus gibt es noch eine ebenfalls neue Geschichte mit einer anderen brutalen Braut- freut Euch auf ein Wiedersehen mit Peter Schaaffs Dämonika!!

Zweifelsohne wieder eine wahrlich weltbeste Ausgabe von WEISSBLECHS WELTBESTE COMICS...

WEISSBLECH COMICS Programm 2005 ist da!

Der grösste Werbekracher seit dem Weihnachtsmann (naja, fast): Unser erster wunderschöner Katalog inklusive Leseproben und Previews ist da und kann GRATIS im Comicfachhandel und direkt bei uns gegen Einsendung von Briefmarken im Wert von 85 Eurocent bezogen werden.
Alle Abonnenten erhalten das Teil mit ihrer nächsten Lieferung natürlich sowieso, Gleiches gilt für Besteller!




01.08.2005


Blotch - Comics gekleckert und nicht geklotzt.

Gabor Racsmany ist Grafiker, Illustrator und zeichnet gerne Comics. Seine Brötchen verdient der 37-jährige mit dem Entwerfen und Illustrieren von klassischen Brett-, Würfel- und Kartenspielen und natürlich den üblichen Aufträgen im Bereich des Grafik-Designs. Sein Steckenpferd sind aber die "Bildergeschichten", denen er jetzt mit der ersten Ausgabe von "Blotch" ein kleines aber feines Forum zur Verfügung stellt.

INKplosion hat sich mit Gabor ein wenig über das Magazin, die Macher und die Zukunft der Comics unterhalten.

Wie kam es denn zu der Gründung des "Blotch"-Projekts und war von Anfang an klar, dass es ein gedrucktes Magazin werden sollte?
Im Laufe der Jahre hat sich viel in meiner Schublade angesammelt. Wie fast jeder, der Comics zeichnet, wollte ich mal etwas von diesen "Schubladencomics" veröffentlichen. Einiges Material habe ich auch an Verlage geschickt. Aber das erwies sich damals schon als sehr langwierig. Also habe ich mich quasi selbst veröffentlicht. Ich wollte eine Art "Plattform" schaffen, auf der ich meine Comics einfach einer breiteren öffentlichkeit zeigen kann.
Ein Magazin war da naheliegend, weil man da verschiedene Stilarten und Konzepte ausprobieren kann. Also habe ich mit Elmar Vogt noch einen Autor ins Blotch-Boot geholt, und mit Walter (Ghepetto) Pfau einen Zeichner, der stilistisch ganz anders zeichnet als ich.
Witzigerweise habe ich dann in "Blotch" nicht meine Schubladencomics veröffentlicht, sondern extra neue gezeichnet.

Wie sind die Reaktionen auf Eure erste Ausgabe, gab es schon Pressestimmen dazu? Was sagen die Leser?
Die Reaktionen sind überraschend positiv bisher. Es gibt schon ein paar Artikel in regionalen Kostenlos-Magazinen und es wird am 3. August ein Interview mit mir im "Ravensburger Stadtmagazin" (Südkurier) veröffentlicht. Die Schwäbische Zeitung wird ebenfalls einen Bericht bringen. Der Interview-Termin ist am 15. August. Dann gibts noch eine Rezension auf Splashcomics .
Und für ein Jugendmagazin ist eine Adaption von "Karamagic" in Farbe und im Strip-Format im Gespräch.
Die Leser sind überrascht über die Bandbreite von "Blotch". Da gibts ganz unterschiedliche Bewertungen, dem einen gefällt mehr "Funny", dem anderen mehr das "Erzählerische". Für mein regionales (oberschwäbisches) Umfeld ist es natürlich sehr interessant, dass "Karamagic" in Oberschwaben spielt. "Zufälligerweise" ähneln die Gebäude auf dem Titel von "Blotch #1" stark dem Marienplatz in Ravensburg und dem dortigen Blaserturm. Das finden die toll.

Im Magazin habt Ihr eine Mischung aus Manga/Fantasy, Funny-Comics und dem etwas pathetischen Beitrag von Ghepetto. Wie wird die Ausgabe geplant - geht Ihr danach, was an Material vorliegt ist oder habt Ihr Stoffe speziell für das Heft entwickelt?
Wir entwickeln die Stoffe speziell für "Blotch". Meistens gibt es aber schon bestimmte Vorstellungen, Wünsche die wir gerne umgesetzt hätten. Darüber sprechen wir zuerst. Dann schauen wir, wie das in das "Blotch-Konzept" reinpasst.

Wie geht es weiter? Die zweite Ausgabe ist bereits angekündigt - die Konstellation an Machern und Geschichten ist ähnlich wie im ersten Heft. Kommen da noch weitere Geschichten von anderen Zeichnern/Autoren hinzu oder konzentriert Ihr Euch auf die "Kerntruppe"?
Das Konzept bleibt: Ghepetto ist für die in sich abgeschlossenen Geschichten zuständig, in seinem typischen dekorativen Stil. Dann wird es immer eine Kurzgeschichte geben, realistisch gezeichnet. Dann ein paar Funnies. Und eine Serie, zur Zeit ist dies ja der Martial-Art-Fantasy Beitrag "Karamagic". Der findet in "Blotch #4" erst mal einen Abschluss.
Danach haben wir eine neue Serie geplant, die sich "SUBS" nennt. Elmar Vogt arbeitet schon an den Dialogen.
Wir möchten in dieser Dreier-Konstellation weitermachen und auf weitere Zeichner/Autoren erst mal verzichten.

Welche Pläne verfolgt Ihr mit der Website www.blotch.de?
Die Website soll den Lesern lediglich eine Möglichkeit geben mit "Blotch" in Kontakt zu treten. Auf www.blotch.de veröffentlichen wir Online-Comics, Comics die nicht im Heft zu sehen sind.
Es gibt einen Shop, ein Skizzenbuch, einen Online-Comiczeichenkurs und später mal Tipps zu "Comics texten".

Wie siehst Du die Zukunft im deutschen Comicmarkt - ist dort Platz für kleine, ambitionierte Projekte wie "Blotch" oder muss man sich diesen Platz erst schaffen? ? Und wenn ja, wie?
Ich glaube, es gibt "Bedarf" an solchen kleinen Sachen. Sicher ist aber auch, man muss sich einen Platz erschaffen. Ich denke Qualität und Kontinuität ist da schon sehr wichtig. Aber auch Präsenz. In diesem Zusammenhang: wir sind vom 1.-4. September auch auf dem "Comicfest München 2005" mit einem Stand vertreten.

Eine Rezension zu Blotch #1 ist soeben auch bei www.comicgate.de online gegangen.





28.07.2005


Neues "Ich & Ich"-Video von Alexander Gellner

Nachdem das Video "Du erinnerst mich an Liebe" des Berliner Pop-Duos "Ich & Ich" wochenlang die Charts dominiert hat und auf den Musiksendern MTV und Viva in der "heavy rotation" lief, wurde auch das neue Video wieder von Comiczeichner und Trickspezialisten Alexander Gellner gestaltet.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit beim ersten Clip setzte sich nun in der Produktion des neuen Videos "Dienen" fort.
Wie schon im ersten Clip wird wieder eine Geschichte erzählt, im Mittelpunkt steht abermals ein kleines Tier. War es bei "Du erinnerst mich an Liebe" noch ein Cartoon-Hund in einer Menschenwelt, so nutzt "Dienen" gleich das Genre der Fabel, um die Geschichte eines einsamen Mannes (oder Hundes) zu erzählen, der verbittert in seiner kleinen grauen Welt lebt, bis er merkt, dass es etwas gibt, für das sich zu Leben lohnt.
Wer aber Alexander Gellners Comics (www.inkplosion.de) kennt, weiss, dass so eine Geschichte nicht ohne ironische Brechungen über seinen Zeichentisch geht - und so ist neben aller Ernsthaftigkeit des Stücks auch für das eine oder andere Schmunzeln gesorgt.

Das Video entstand in Zusammenarbeit mit mehreren Zeichnern aus der Berliner Zeichnerschmiede INKplosion; Rainer Engel (EEE; Weissblech), Christian "Mana" Nauck (Zoe, Ehapa), Steffi Schütze (Horny Torture Bitches, INKplosion) und Michael Vogt (MAD) haben einzelne Szenen und Hintergründe entwickelt.

Das Video kann man sich auf der Website von "Ich & Ich" anschauen.





26.07.2005


Top-Meldung aus dem Szene-Whatcher #227

Eine Heimat für Marvels Superhelden

Daniel Wamsler, alias jakubkurtzberg, will ab September 2005 im Eigenverlag vierteljährlich ein Magazin namens DAS SAGTE NUFF! herausgeben, das sich primär um die Superhelden des Marvel-Universums dreht und hier im Besonderen um die in Deutschland erschienenen Ausgaben der Verlage BSV, Williams, Condor und Panini.

In der 5-jährigen Vorbereitungsphase hat Wamsler, der u. a. als Autor für das Lexikon der Comics, Moviestar, TV Highlights, den TREFFER, Comixene und Die Sprechblase in Erscheinung getreten ist, eine immense Datenmenge rund um die Marvel-Helden zusammengetragen, so dass er zunächst die Herausgabe einer "Marvel- Bibel" in Buchform ins Auge fasste.

Inzwischen ist die Entscheidung für ein Magazin im Format 26 x 17,5 cm gefallen, dem Format in dem von 1972- 1979 die Superhelden-Hefte des Williams Verlages erschienen.

Der insiderlastige Titel der Publikation entspringt dem Sprachdefizit der offensichtlich slangunkundigen Redakteure des BSV Verlages, die Stan Lees legendäres "'Nuff said!" in Ermangelung besseren Wissens in "Das sagte Nuff" übersetzten.

Wir sprachen mit Daniel Wamsler über sein ambitioniertes Projekt.

?: Ein Magazin über Marvel-Comics in einer Zeit, in der das Superhelden- Genre zu einem Nischenprodukt verkümmert ist und nur noch im Film zu leben scheint? Oder soll der nostalgische Gedanke für den Schwung sorgen?

!: Es geht ja nicht um die aktuellen Superhelden oder -schurken, wie diesen spatenkäpfigen Doc Ock1, sondern um die klassischen Helden, aus der Feder von Jack Kirby, John Romita, John Buscema, Steve Ditko, Gene Colan, und anderen, deren Hefte nach wie vor Sammlerpreise erzielen, bei denen einem der Atem aussetzen kann. Zudem bietet das Format, abgesehen von den produktionstechnischen und damit für den Herausgeber verbundenen finanziellen Nachteilen, einen Haufen Mäglichkeiten von kleinen Anspielungen, angefangen beim Logo und Signet bis hin zur Vorschauseite. Auch kännen aktuelle Ereignisse schneller miteinbezogen werden als beim Buch. Die Klientel für DAS SAGTE NUFF! sind hauptsächlich die alten Fans, deren Williams-Sammlung längst komplett ist und die dennoch Lust auf mehr haben. Um kurz auf die finanziellen Nachteile einzugehen: Ein Heft mit 40 Seiten statt 48 im Format A4 hätte etwa ein Drittel weniger an Produktionskosten verursacht. Aber es sollte eben nach "Williams" aussehen. Ich denke, der Aufwand hat sich gelohnt.

?: Wenn man in die Leseprobe für DAS SAGTE NUFF! schaut, dann wird auf Grund der Datendichte klar, dass das Magazin ursprünglich ein Handbuch werden sollte. Warum ein Magazin anstatt eines Handbuches und glaubst du nicht, dass der Buch-Charakter das Magazin zu trocken erscheinen lässt?

!: Gut erkannt. Leider behandelt die Leseprobe den unverzichtbaren Einstieg, also quasi die Basis, ohne die so mancher Begriff für den unbedarften Leser kaum klar sein dürfte. Hinzu kommt, dass ich diesen Teil ausgewählt habe, um mich vor Textklau zu schützen, bevor das Ganze spruchreif ist. Trocken ist das keinesfalls. Als mein zweitgrösster Fan habe ich nur das geschrieben, was ich selbst immer lesen wollte. Wenn Du die Leseprobe schon als "trocken" empfindest, was sagst Du dann erst zum zweiseitigen Nuff-Lexikon in der Erstausgabe?
( Schaun mer mal! -Anmerkung der Redaktion)

?: Inwieweit werden in das Magazin neben der Aufarbeitung der klassischen Verlage wie BSV oder Williams aktuelle Themen einfliessen?

!: Insofern, als dass aktuelle Verlage Serien fortsetzen (Dracula, Spider-Man komplett), Filme im Kino laufen, deren Motive klassisch sind (Spider-Man, Hulk, X-Men, Daredevil, Punisher, Fantastic 4) oder andere, die die Superhelden durch den Kakao ziehen (z.B. Bart Simpsons Treehouse Of Horror, Halloween 2005), wenn es nicht gerade MAD ist. Zudem geben die Interviews auch Gelegenheit zu aktuellen Fragen. Eines der Highlights wird wohl Gene Colan sein, dessen Interview je nach Umfang in NUFF Nr. 3 oder 4 erscheinen wird.

?: Ist eine Werbekampagne im grässeren Stil geplant und auf welcher Schiene wird der Vertrieb erfolgen?

!: Die grösste Werbekampagne war vermutlich das Einstellen eines der Vorab-Exemplare auf ebay. DAS SAGTE NUFF! wird als Vereinsblatt im Direktvertrieb erscheinen, einiges wird über ebay gehen, einer der ganz grossen deutschen Comic-Händler hat zugesagt und in den Verteiler haben sich in den letzten zwei Monaten etliche Personen eintragen lassen. Eine Anzeige wird es im TREFFER geben und vielleicht lässt sich mit Norbert Hethke was für Die Sprechblase oder den Preiskatalog aushandeln.

Danke für das Interview, Daniel.

Leseprobe: http://mitglied.lycos.de/jakubkurtzberg/Leseprobe.PDF

DAS SAGTE NUFF!, Umfang #1 48 Seiten, Euro 7,- inkl. Versand, Farbcover und s/w-Inhalt, Auslieferung ab September 2005.
Bestellungen: eMail mit Postanschrift an WamslerDanu@gmx.de

Weitere Meldungen im neuen Szene-Whatcher.

 

26.07.2005

 

(Fast) täglich: Philipp S. Neundorf

Der Berliner Künstler und Comic-Zeichner Philipp S. Neundorf stellt auf Renderosity seine Galerie vor. Fast täglich gibt es dort neue Bilder und Comicseiten zu sehen. Wer sich einen überblick über das Schaffen des Ausnahmetalents machen möchte, kann dies in seiner Online-Galerie tun.

Gedruckt sind Neundorfs Comics bisher fast nur in US-Verlagen erschienen, aber natürlich kann man einige davon auch auf www.inkplosion.de sehen.



06.07.2005

 

INK im Comicgarten

INKplosion - das Online-Comic-Magazin präsentiert sich beim Berliner Comicgarten am 18. und 19. Juni im Haus Schwarzenberg in Berlin-Mitte.

Zahlreiche Zeichner und Autoren werden anwesend sein und signieren, skizzieren und dem Publikum Frage und Antwort stehen.
Mit dabei sind u.a. Simon Eckert, Rainer Engel, Alex Gellner (Versus), Regina Haselhorst, Yann Krehl, Christian "Mana" Nauck (Versus; Zoe-Chaos Tage, Ehapa), Philipp S. Neundorf, Alex Raphelt, Peter Schaaff, Steffi Schütze (Horny Torture Bitches), Kostja Schleger, Sven Strangmeyer und Michael Vogt (Los 7 Mariachis).

Comicgarten - "Minimesse" unter freiem Himmel
18.6.2005, 11 - 21 h,
19.6.2005, 11- 19 h,
Eintritt frei
Haus Schwarzenberg, Rosenthaler Strasse 39, 10178 Berlin

Mehr Infos über den Veranstalter.



19.05.2005

 

Kai Meyers "Wellenläufer" als Comic

Christian "Mana" Nauck (Versus, INKplosion) hat mit der Arbeit an der Comic-Adaption von Kai Meyers "Wellenläufer"-Trilogie begonnen. Das Skript stammt von INKplosions-Veteran Yann Krehl, die farbliche Gestaltung wird Sven Strangmeyer (Versus) übernehmen.

Der erste Band erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2006 im Album-Format bei Ehapa und umfasst die erste Hälfte von Band eins der erfolgreichen Buch-Trilogie. Insgesamt verteilt sich die Saga auf sechs Alben.





06.05.2005

 

"Captain Carrera" - Superheld am Drücker

Exklusiv für Carrera-Toys haben die "Versus"-Veteranen Christian "Mana" Nauck (Bleistift), Michael Vogt (Tusche) und Sven Strangmeyer (Farbe) einen neuen Superhelden-Comic illustriert.
Der Comic erzählt die Abenteuer von "Captain Carrera", dem Helden der rasanten Mini-Rennwagen. Er steht ständig im Kampf mit der Liga der Tuning-Freaks, die alle nur erdenklichen Umrüstungen an den kleinen Boliden vornehmen wollen.
Der Comic erscheint drei- bis viermal pro Jahr online als Download-PDF bei Carrera im Umfang von 4 Seiten plus Cover. Wer ihn runterladen möchte, muss allerdings eine Mitgliedschaft im Carrera-Club erwerben (Kosten: 10 Euro/Jahr).





06.05.2005


Der neue "Splash"

Für die Splashpages - eine der bekanntesten News-Seiten rund um Comics - hat INKplosionszeichner Michael Vogt der Figur des "Splash", die ursprünglich von Guido Paul ("Helden", "Dorn") entwickelt wurde, einen moderneren, cartoonigen Look gegeben.
Die Figur wurde ursprünglich für das gedruckte "Splashpages"-Comicmagazin entworfen und seitdem von verschiedenen Zeichnern umgesetzt. Für den Online-Einsatz sollte die Figur einfacher und eindeutiger sein. Sie wird vorallem als bildhafte Bewertung bei den Rezensionen eingesetzt. Die verschiedenen Posen dafür hat Simon Eckert (ebenfalls INKplosion) entwickelt.

Mehr Infos bei den Splashpages und im INKforum


20.04.2005

 

G6-Force: Ausstellung von Philipp S. Neundorf

Vom 30.04.2005 bis 12.05.2005 findet die Ausstellung G6-Force von Philipp S. Neundorf im Club der Polnischen Versager, Torstrasse 66 in 10119 Berlin, statt. Die Vernissage beginnt am 30.04. um 21:00 Uhr. Gezeigt werden ältere Bilder von dem Berliner Comiczeichner und Maler. Seine Comics kann man online bei www.inkplosion.de sehen.

Mehr Infos: http://www.trial-error.de/polnischeversager/



10.03.2005

 

INK in Leipzig

INKplosion ist dieses Jahr wieder in voller Mann- und Fraustärke bei Comics in Leipzig (im Rahmen der Buchmesse Leipzig) vertreten. Vom 17. bis zum 20. März signieren die bekannten INK-ZeichnerInnen Alexander Gellner (Versus), Christian "Mana" Nauck (Versus), Philipp S. Neundorf, Pierre Pane?L-Farre?L, Steffi Schütze (Horny Torture Bitches) und Michael Vogt (Los 7 Mariachis) ihre Werke. Am Wochenende stossen die Berliner "Moritat"-Zeichner Simon Eckert, Regina Haselhorst, Alex Raphelt und Kostja Schleger dazu.

Ausserdem bietet INKplosion, das sich als Plattform für die jungen Zeichnertalente in Deutschland versteht, eine Menge Workshops für Nachwuchstalente an, in denen man einiges über das Erstellen von Comics von Profis erfahren kann.

Für die Workshops fallen keine Extragebühren an, lediglich der Eintrittpreis zur Buchmesse wird fällig. Papier und Bleistifte sind vorhanden. Platz ist jeweils für ca. 10 - 20 Personen, Mindestalter ist 14 Jahre, eine Anmeldung ist nicht notwendig, es gilt das Motto: Wer zuerst kommt, malt zuerst

Wer seine Mappe mitbringt, bitte folgendes beachten: - Möglichst nur die aktuellesten Sachen rein legen. - Keine fetten Ordner anschleppen, unter deren Last fast der Tisch zusammen bricht. 10 - 20 Arbeiten reichen in der Regel völlig aus.

Themen und Termine der Workshops:

Donnerstag, 17.03.

11.00 - 13.00 Uhr Workshop: Von der Skizze bis zum fertigen Heft;
Mana, Steffi Schütze und Alex Gellner

14.00 - 15.30 Uhr Workshop: Seitenlayout,
Philipp S. Neundorf

16.30 ? 18.00 Uhr
Begleitetes Zeichnen/Mappendurchsicht

 

Freitag, 18.03.

11.00 - 13.00 Uhr Workshop: Von der Skizze bis zum fertigen Heft;
Mana, Steffi Schütze und Alex Gellner

14.00 - 15.30 Uhr Workshop:Seitenlayout,
Philipp S. Neundorf

16.30 ? 18.00 Uhr
Begleitetes/Zeichnen Mappendurchsicht

 

Samstag, 19.03.

11.00 ? 13.00 Uhr Workshop:
"Heldenraum" (Stelle einen Helden in einen entsprechenden Kontext)
M. Seifert

14.00 ? 15.30 Uhr Workshop: "Wie inszeniere ich meine Geschichte richtig?" Michael Musal
16.30 ? 18.00 Uhr Workshop: Charakterdesign "Moritat"

Sonntag, 20.03.

11.00 ? 13.00 Uhr Workshop "Heldenraum" M. Seifert
11.00 - 13.00 Uhr Workshop: Mana, Steffi + Michael Vogt (Thema s. Do,)
16.30 ? 18.00 Uhr Begleitetes Zeichnen/Mappendurchsicht

Eintrittspreise, Öffnungszeiten etc. findet Ihr hier.

Signiert wird natürlich auch fleissig, unser Stand befindet sich direkt an der Aktionsfläche. Die Workshops finden teilweise mit freundlicher Unterstützung von eidalon statt.



27.01.2005

 

Top-Meldung aus dem Szene-Whatcher #218

Weisse Flecken auf der Landkarte

Die Suche nach dem Unbekannten und dem Ursprung ist ein menschlicher Wesenszug, der bei dem einem mehr und bei dem anderen weniger ausgeprägt ist.
Auf alle Fälle tritt dieses Forschen nach den Wurzeln auch besonders stark in Sammlerkreisen auf, wobei das Sammeln ohne das Forschen ebenso jeder existenziellen Grundlage entbehren würde wie das Forschen ohne das Sammeln. Und so verwundert es nicht, dass unlängst auch der deutsche Comic verstärkt in das Blickfeld von Untersuchungen gerückt ist, von denen sich forschende Comic-Enthusiasten Antworten auf Fragen zur historischen Entwicklung des Mediums hier zu Lande erhoffen.
Das heuer im Comicplus+ Verlag erschienene Buch Deutsche Comicforschung 2005 dokumentiert sehr eindrucksvoll auf 144 reich bebilderten Seiten den Einstieg in eine gründliche Aufarbeitung zu der sich ein hochgradiges Autorenteam zusammengefunden hat. Neben dem Herausgeber Dr. Eckart Sackmann haben Prof. Dr. Günter Dammann, Dr. Bernd Dolle-Weinkauff, Rene?L Granacher, Heiner Jahncke, Andreas Krägermann, Gerd Lettkemann und Dr. Michael F. Scholz zum Gelingen dieses Werkes beigetragen. Zweifellos birgt dieses Buch für den allgemeinen Comic-Konsumenten rare Einblicke in Zeitabschnitte, als sprechende Bilder zum Transport theatralischer Balladen und Melodramen benutzt wurden, als der Comic zu seiner Blütezeit prächtig koloriert im Plakatformat erschien oder als während der Kriegsjahre ein "Erster deutscher Bildroman" den fliegenden Menschen Famany durch den Nachthimmel New Yorks gleiten liess.
Ausserdem beeindruckt der Band durch gut recherchierte Portraits deutscher Comic- und Gebrauchs-Zeichner, deren Strich man zwar aus diversen Publikationen kennt, über die Personen selbst aber bislang nichts oder nur sehr wenig wusste. Die Autoren haben hier viele historische Einzelteile liebevoll zu einem aussagekräftigen Puzzle mit hohem Informationsgehalt zusammengeführt und einige weisse Flecken in der deutschen Comic-Landschaft mit Inhalt gefüllt. Und die Hoffnung auf Veröffentlichungen von noch mehr Forschungsergebnissen ist berechtigt, denn im Untertitel trägt das Buch die Bezeichnung Band 1 (2005), was eine Fortsetzung im Jahre 2006 als wahrscheinlich erscheinen lässt.
Highly recommended.


Deutsche Comicforschung 2005,
ISBN 3-89474-144-9,
Comicplus+ Verlag,
A4-Format, Hardcover, 144 Seiten,
40 Eur,
Mehr Infos auf www.comicplus.de

Weitere Meldungen im neuen Szene-Whatcher.